Montag, 18. Dezember 2017

Sebastian Kurz…




….wird heute zum “jüngsten Kanzler der Republik Österreich” angelobt.


Kurz


O.K.



Und von überall , d.h. vor allem aus dem politischen Gegenlager, tönt es mit hörbaren Besorgnisfalten auf der Stirn, er habe mangelnde Lebenserfahrung(!) und sei zu jung(!), um das (?) heil(?) zu überstehen, u.s.w.u.s.f…..


Wer Sebastian Kurz und seine politischen Auftritte bisher verfolgt hat, konnte auch mit nur einem Minimum an Wohlwollen sehen, daß er stets mit absoluter Besonnenheit und der Gelassenheit eines gefestigten Charakters agiert hat und dies trotz Querschüssen von Politikerkollegen, die ihm an Alter weit, ja sehr weit voraus sind und diesen “Altersvorsprung” , der nun bei manchen offensichtlich ein Qualitätssiegel per se geworden zu sein scheint,  bei weitem nicht zu nützen wissen.


Wäre irgendjemand auf die Idee gekommen, die  Qualifikation dieser Frau -




Merkel Fingernägel kauen 


-in Frage zu stellen, weil sie sich z. B. gerade in der Menopause befindet und an ihren Nägeln kaut?

Wohl kaum!
Im Gegenteil, sie rangiert nach wie vor als mächtigste Frau der Welt und hat es dennoch nicht zustande gebracht, endlich eine Regierung zu bilden.



Merkels abgekaute Raute


Also, wie ich es sehe, spielt das Alter eines Politikers keine Rolle.
Im Gegenteil! Ich kann mir vorstellen, daß sich die deutsche Wählerschaft zur Zeit eher eine obere Altersgrenze wünscht, gell?


merkel1 visage





Sonntag, 17. Dezember 2017

Gaudete!



Heute am dritten Adventsonntag ist also Freude angesagt.
Freut euch der Herr ist nahe!

Passend zu dieser angekündigten Freude heute auch das Wetter samt dazugehörigem Lied – Leise rieselt der Schnee…u.s.w. …...freue dich Christkind kommt bald. 

Aber im Ernst. Der dritte Sonntag im Advent, der Sonntag Gaudete besticht durch seine zartrosa Farbe sowohl mit der dritten Kerze am Adventkranz und auch mit den zartrosa liturgischen Messgewändern.



Wiki Adventkranz mit Gaudete Kerze


Wenn wir auch in Zeiten wie diesen anscheinend wenig Grund zur Freude haben, so sollen wir doch voll Zuversicht und Freude auf das bevorstehende Ereignis schauen:
Ein Kind wird uns geboren werden, ein göttliches Kind, richtigerweise -der Sohn Gottes. Alle Hoffnung liegt in diesem Kind – wie in jedem Kind-  und für viele wird dieses Kind aus Israel lebensverändernd sein, damals wie heute. Wer mit Christus geht, wird immer das Licht, die Freude und die Hoffnung in sich tragen aber er wird - ebenso damals wie heute-  verfolgt, verspottet und oft sogar getötet werden, genau aus diesem Grund, weil die Finsternisse dieser Welt nicht erhellt werden wollen und weil durch Christus hell und schön wird, was vorher grau und häßlich war.


Liebe Brüder und Schwestern!benedikt-xvi-gaudete mit Marini

»…..Manch einer fragt sich: ist aber heute diese Freude noch möglich? Die Antwort geben mit ihrem Leben Männer und Frauen jeden Alters und jeder sozialen Herkunft, die glücklich sind, ihre Existenz den anderen zu weihen! War die sel. Mutter Teresa von Kalkutta etwa nicht in unseren Zeiten eine unvergeßliche Zeugin der wahren Freude, die dem Evangelium entspringt? Sie kam Tag für Tag in Berührung mit Armut, menschlichem Elend, Tod. Ihre Seele hat die Prüfung der dunklen Nacht des Glaubens erfahren, und dennoch hat sie allen das Lächeln Gottes geschenkt. In einer ihrer Schriften lesen wir: »Wir erwarten mit Ungeduld das Paradies, wo Gott ist, aber es liegt in unserer Macht, schon hier unten und von diesem Augenblick an im Paradies zu sein. Mit Gott glücklich zu sein bedeutet: lieben wie er, helfen wie er, geben wie er, dienen wie er« (La gioia di darsi agli altri, Ed. Paoline, 1987, S. 143). Ja, die Freude kommt in das Herz dessen, der sich in den Dienst der Geringen und Armen stellt. In dem, der so liebt, nimmt Gott Wohnung, und die Seele ist erfüllt von Freude. Macht man hingegen aus der Freude einen Götzen, so schlägt man den falschen Weg ein, und es ist wirklich schwer, die Freude zu finden, von der Jesus spricht. Dies ist leider das Angebot jener Kulturen, die die individuelle Freude an die Stelle Gottes setzen, eine Denkart, die sinnbildlich zum Ausdruck kommt in der Suche nach Vergnügen um jeden Preis, in der Verbreitung des Drogenkonsums als Flucht, als Zuflucht in künstliche Paradiese, die sich dann als völlig illusorisch erweisen.

Liebe Brüder und Schwestern, auch an Weihnachten kann man den falschen Weg einschlagen, das wahre Fest mit jenem verwechseln, das das Herz nicht für die Freude Christi öffnet. Die Jungfrau Maria helfe allen Christen und den Menschen, die auf der Suche nach Gott sind, nach Betlehem zu kommen, um dem Kinde zu begegnen, das für uns, für das Heil und Glück aller Menschen geboren ist.

ANGELUS Petersplatz 16. Dezember 2007



Nur Tiara und Hand hinter Girlande



In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten dritten Adventsonntag Gaudete!


Freitag, 15. Dezember 2017

Dinge, …



…..mit denen sich wieder einmal mehr oder weniger der Ruhm der katholischen Kirche in den letzten Tagen selbst untergraben hat.

Zum ersten, war das ein twitternder Caritaspräsident, welcher sichtlich hocherfreut auf den österreichischen Verfassungsgerichtshof sein Bierglas hob und somit beim “zwitschern”  mehr oder weniger direkt die Einführung des rechtlich legalisierten Schwulenkonkubinats begrüßte. Ja, ich nenne es bewußt Konkubinat; denn eine Ehe wird das niemals sein und wenn tausend Verfassungsurteile wider jegliche biologisch wissenschaftliche Erkenntnisse urteilen – etwas, das man ja bisher eigentlich nur von den Religionen kannte, gell?

»Positive Kirchenstimmen zur Homo-Ehe

Die Ehe-Öffnung für Homosexuelle stößt in christlichen Kreisen nicht nur auf Kritik. Bei den Katholiken hat sich Kardinal Christoph Schönborn zuletzt ablehnend gezeigt, die Katholische Aktion äußerte sich differenzierter, und Caritas-Präsident Michael Landau lobte sogar den Verfassungsgerichtshof. Auf evangelischer Seite begrüßte Bischof Michael Bünker die Entscheidung. Landau: „Gerichte sprechen Recht. Ihr untadeliger Ruf und ihre Integrität sind von höchster Bedeutung.“ Es gebe viele gute Gründe, „gerade in fordernden Zeiten auf den #VfGH ein Bier zu trinken“, twitterte er. (red./APA)..«   Quelle



Sein  (Landaus) quasi österreichischer Chef, Kardinal Schönborn, war einige Tage zuvor noch ganz “Bruder im G’Spiel” mit Live Ball Organisator Gerry Keszler und Schwulen Ikone Conchita als er ein feierliches Requiem im Gedenken an Aids Tote im Wiener Stephansdom zelebrierte – ja wußte er nicht, daß… ?
Nun ist es  allerdings zu spät, um sich eindeutig zu positionieren. Die Glaubwürdigkeit wurde bereits in selbstzerstörerischer Weise eigenhändig untergraben.


Und dann war da noch unser Papst, unser liebenswertes Plappermäulchen, welches sich nach eigenen Aussagen doch lieber auf die Zunge beißt, als zu tratschen und dann dennoch immer wieder in Versuchung geführt wird, entweder hoch über den Wolken im Flugzeug oder in diesem Fall in einem Fernsehinterview für den italienischen Sender  TV2000, wo er ausgerechnet über dieses “in Versuchung geführt werden” dahinschwadronierte und zur pontifikalen Erkenntnis gelangte, daß es niemals nicht Gott selbst sein könne, der uns in Versuchung führe und somit dieses einzigartige Gebet, das Vater Unser ,schlecht(!) übersetzt sei.

"Ein Vater tut so etwas nicht; ein Vater hilft sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan”


Sprach seine demütig bescheidene Heiligkeit im Fernshen und löste einen ziemlichen Sturm der Entrüstung und des Widerspruches aus. Siehe zum Beispiel hier.

Nun, schlecht übersetzt und Satan – dazu durfte man dann ein paar Tage später, nachdem die Kritik durch Theologen und viele andere so richtig auf dem Höhepunkt war, noch ein weiteres Detail aus diesem o. e. Interview erfahren:

»Papst Franziskus hat die Katholiken eindringlich vor jeglicher Kontaktaufnahme mit dem Teufel gewarnt. Die Gläubigen sollten „nicht mit dem Satan reden“, weil dieser eine sehr intelligente, rhetorisch überlegene „Person“ sei. Das erklärt Franziskus gegenüber dem katholischen Sender TV2000, wie die BILD-Zeitung berichtet. Laut Franziskus stehe Satan für das "konkrete Böse". "Wenn du anfängst, mit Satan zu reden, bist du verloren. Er verdreht dir den Kopf.“ Man sollte besser weggehen. Auch Priestern und Bischöfen gaukle Satan Gelehrtheit vor. „Und wenn du es nicht rechtzeitig bemerkst, dann endet es böse“.«

Quelle


Der Satan ist also gelehrt?
Er ist möglicherweise sogar Theologe oder Dogmatiker und hat u.a. womöglich diese irreführende, falsche und verdrehte Versuchungsführung des Vater Unser zu verantworten?
Schön langsam schließt sich da vielleicht ein (Teufels)Kreis  oder so eine Art selbsterfüllende Prophezeihung? Denn es werden viele “Gelehrte” kommen, um die nach Meinung des Hl. Vaters schlechte Übersetzung des Vater Unser zu bekräftigen, wie z.B. ein Bischof Voderholzer, der diese Thematik bereits 2015 bestens zu erklären wußte.


Jaja, es geht rund in der Kirche dieser Tage, allerdings nur auf dem medialen Parkett der bscheiden zelebrierten kirchlichen Eitelkeiten.
In den Sonntagsmessen, Beichtstühlen und Gebetsrunden ist das Engagement der Laien und Aufgeshlossenen weiterhin äußerst bescheiden – nicht im Sinne von demütiger Gebetsausübung sondern in Form glänzender Abwesenheit.
Erst in der Christmette wird es wieder so richtig rundgehen.
Da sind dann wieder Krethi und Plethi, Hinz und Kunz und wie sie sonst noch alle wiederheiratet geschieden und das christliche Abendland verteidigend heißen mögen, gehen zur Kommunion und beten das Vater Unser…..

Amen.


Montag, 11. Dezember 2017

Die Griswolds ….





…waren gestern bzw. vorgestern.
Jetzt kommen die Piano guys -  absolut erhellend, im wahrsten Sinn des Wortes!





Sonntag, 10. Dezember 2017

Salzburger Sonntagsspaziergang



Der zweite Adventsonntag hat heute sonnig aber eisig begonnen und nachdem die Vorhersagen für den Nachmittag wieder sehr trübe waren, gingen wir Bellfrells schon vormittag in die Stadt.

Vom Westen zogen ohnehin schon wieder Wolken herüber.

Untersbergblick


Über den Kirchendächern der Altstadt war es noch strahlend:


Franziskanerturm


Dom und jesus


Halbmond Kirchturm Margaretenkapelle


Wenn man im Advent schon in die Salzburger Altstadt geht, muß man doch auch auf einen Christkindlmarkt, zumindest kurz durchmarschieren, und Heerscharen von italienischen Salisburgo-Fans zusehen, wie sie sich an unserer italienischen Barockstadt erfreuen.

Sternbogen



Sterntor Christbaumkugeln

Engel der Kategorie Silber hängen  ihre Flügel vorzugsweise in rotkugeligen Weihnachtsgirlanden oder in Bäumen auf.

Flügel im Baum


Die selteneren Goldengel bevorzugen es  hingegen, ihre Flügel ordentlich unter Dach abzustellen,….


Engelsflügel Abgabestelle


…..um dann die Schafe zu füttern.

Schafe 2


Durch die Getreidegasse führt dieses Jahr eine Galaxie aus roten Rubinen und Brillianten-

Girlanden


….direkt bis zu St. Blasius.

Getreidegasse mit Blasiuskirche


Apropos Blasius: Nach vielen Schritten über Mülln und die Stiege hinauf zum Mönchsberg….

Eisige Spuren

….einem Postkartenblick auf die Salzburger Altstadt im WInter…


Postkartenblick


…konnten wir sehen, daß es in den Salzburger Bergen schon ordentlich wehte:

Gebirgssturm

Schnell noch einen Schneemann gebaut, bevor der Föhnwind in den kommenden Tagen
den restlichen Schnee wieder verbläst.


Mini Schneemann

Und wie die Eiszapfen ….


Eiszapfen


gehen die zwei Bellfrells zurück nach Hause.

2 Möwen DSCN2401



Freitag, 8. Dezember 2017

Maria Empfängnis



Neun Monate vor dem Fest  Maria Geburt ( 8. September) feiert die katholische Kirche am 8.Dezember das Hochfest Maria Empfängnis. Es ergibt sich somit, daß dieser Feiertag mitten in den Advent fällt und eigentlich so gar nichts mit dem Advent und Weihnachten zu tun hat.
Und dennoch:

Ohne Maria kein Jesus -  ohne Maria keine Kirche – wie sich wesentlich später noch herausstellen wird, als die Hl. Jungfrau mit den Aposteln quasi auf den Hl. Geist gewartet hat.


 
»…Sie hat an dieser Sendung Jesu teil: die Erinnerung an Jesus zu wahren und so seine Gegenwart zu wahren. Zum letzten Mal wird Maria in den beiden Schriften des hl. Lukas am Sabbat erwähnt: dem Tag des Ruhens Gottes nach der Schöpfung, dem Tag der Stille nach dem Tod Jesu, in Erwartung seiner Auferstehung. Und darin wurzelt die Tradition des Mariensamstags. Zwischen der Himmelfahrt des Auferstandenen und dem ersten christlichen Pfingsten versammeln sich die Apostel und die Kirche mit Maria, um mit ihr auf die Gabe des Heiligen Geistes zu warten, ohne die man nicht zu Zeugen werden kann. Sie, die ihn bereits empfangen hat, um das fleischgewordene Wort hervorzubringen, teilt mit der ganzen Kirche die Erwartung eben dieser Gabe, damit im Herzen eines jeden Gläubigen »Christus Gestalt annimmt« (vgl. Gal 4,19). Wenn es ohne Pfingsten keine Kirche gibt, gibt es ohne die Mutter Jesu auch kein Pfingsten, denn sie hat auf einzigartige Weise das gelebt, was die Kirche jeden Tag unter dem Wirken des Heiligen Geistes erfährt. Der hl. Chromatius von Aquileia kommentiert die Bemerkung der Apostelgeschichte so: »Die Kirche versammelte sich also im Obergemach gemeinsam mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. Man könnte sie nicht Kirche nennen, wenn nicht Maria zugegen wäre, die Mutter des Herrn. … Die Kirche Christi ist dort, wo die Menschwerdung Christi aus der Jungfrau verkündet wird; und wo die Apostel verkünden, die Brüder des Herrn, dort hört man das Evangelium« (Sermo 30,1: SC …«

…..

Liebe Freunde, das menschliche Leben macht verschiedene Übergangsphasen durch, die oft schwierig und anspruchsvoll sind, die unaufschiebbare Entscheidungen, Verzicht und Opfer verlangen. Die Mutter Jesu wurde vom Herrn in entscheidende Augenblicke der Heilsgeschichte gestellt und hat es immer verstanden, mit voller Bereitschaft zu antworten, Frucht einer tiefen Verbindung mit Gott, die im unablässigen und tiefen Gebet herangereift ist. Zwischen dem Freitag des Leidens und dem Sonntag der Auferstehung wurde ihr der Jünger anvertraut, den Jesus liebte, und mit ihm die ganze Gemeinschaft der Jünger (vgl. Joh 19,26). Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten befindet sie sich »mit« und »in« der Kirche im Gebet (vgl. Apg 1,14).

Als Mutter Gottes und Mutter der Kirche übt Maria ihre Mutterschaft bis zum Ende der Geschichte aus.«

Papst Benedikt XVI. , 14.3.2012




Somit gebührt diesem Feiertag im Advent, welcher der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria gewidmet ist, größte Aufmerksamkeit; denn mit Maria Empfängnis beginnt alles: Maria wurde erwählt, den Sohn Gottes zu gebären, sie begleitete ihn bedingungslos bis zu seinem Tod am Kreuz, als alle seine Jünger das Weite gesucht haben und sie wartete später gemeinsam mit seinen Jüngern auf die Sendung des Hl. Geistes.

Schade, daß dieser so besondere und wichtige Feiertag in heutiger Zeit lediglich zum wichtigsten Einkaufstag in der Adventzeit und maximal zum rührseligen Glühwein- und Keksverkostungsgelage verkommen und in vielen Ländern nicht einmal mehr ein gesetzlicher Feiertag ist.


In diesem Sinne wünsche ich meinen Lesern
einen gesegneten Feiertag Maria Empfängnis!



Margareten Kapelle 1

Flügelaltar in der Margareten Kapelle St. Peter in Salzburg







Mittwoch, 6. Dezember 2017

Nikolaus!



Ein Höhepunkt im Advent meiner frühen Kindheit war zweifelsohne der Besuch des Nikolaus.
Jedes Jahr machte ich mir Gedanken ob er denn wieder käme und ob ich abermals diese gut riechenden, kleinen Orangen (Mandarinen) bekäme, die kleinen Nikolo-Äpfel, die Erdnüsse und diese ganz kleinen einzeln verpackten Milka Schokoladestücke.
Soweit ich mich erinnern kann, kam der Nikolaus bis ich 6 Jahre alt war, dann kam er nicht mehr, weil ich im katholischen Kindergarten, in den ich geschickt wurde (dieser war praktischerweise gleich um die Ecke) erfahren habe, daß der Nikolaus, der da jedes Jahr zu mir gekommen ist, nicht der echte Nikolaus war.
Interessanterweise kann ich mich nicht mehr daran erinnern, ob diese Echtheitsfrage weiter erläutert worden ist oder ob es damit endete, daß ich mein neu erworbenes Wissen meinen Eltern zu Hause an den Kopf geworfen habe und diese Phase somit zu Ende ging. Ich weiß nur noch, daß meine Mutter sich einmal ziemlich verärgert darüber ausgelassen hat, daß man mir nicht wenigstens bis zum Eintritt in die Volksschule, den Kinderglauben an den Nikolaus und an das Christkind gelassen hat.

Wie auch immer, wenn der Nikolaus wieder gegangen ist, habe ich meinen Vater stets gefragt, wohin der Nikolaus denn nun ginge und seine im Nachhinein als süffisant zu betrachtende Antwort war immer: “Jetzt besucht er noch andere Kinder und dann schwimmt er die Salzach hinunter.”

Meine Eltern waren keine praktizierenden Katholiken, sie verwehrten mir aber Gott sei Dank nicht die gute alte, mehr oder weniger katholische Erziehung und wenngleich ich auch von mir selbst aus in einer später revoltierenden Phase äußerst kirchenfern agierte, so habe ich letztlich über die Musik und viele andere Faktoren wieder meinen Platz in der Una Sancta Catholica gefunden.

Der Nikolaus schwimmt  die Salzach hinunter – wenn ich mir diese Worte meines vor fast 10 Jahren verstorbenen Vaters so überlege, haben sie nunmehr, in Bezug auf die heutige katholische Kirche fast etwas Prophetisches:
Nicht nur der Nikolaus schwimmt die Salzach runter, die katholische Kirche oder zumindest einige ihrer Repräsentanten scheinen eifrigst bemüht, die Kirche den Bach runter schwimmen zu lassen.
Die teilweise schon abstrusen Bestrebungen, sich bei Zeitgeistströmungen beliebt zu machen und Dogmen und Lehre zu verwässern, in der irrigen Annahme dadurch mehr Schäfchen halten zu können, haben bis jetzt doch immer nur das Gegenteil bewirkt.

Die Nikoloäpfel und Mandarinen meiner frühen Kindheit haben so süß und intensiv geschmeckt  - heute schmecken sie meist nur schal oder leicht sauer. Sie erscheinen mir wie ein Sinnbild für den Zustand der Kirche dieser Tage: Entmystifiziert, bemüht, möglichst neutral und anbiedernd an die Bequemlichkeit einer enthemmten Gesellschaft zu agieren sowie den moralischen Anspruch an die Bedürfnisse der  Menschen anzupassen, anstatt umgekehrt, einen moralischen Anspruch zu bieten, den es zu erreichen gälte.

Ich wünsche mir zum heutigen Nikolaustag eine Mandarine, die wieder wie eine Mandarine schmeckt und eine Kirche, die nicht zur coolen Eventagentur verkommt, sondern sich ihrer wahren Aufgaben wieder bewußt wird:
Den Glauben zu verkünden und auch zu bewahren.



Nikolaus von Myra Ikone Aleksa Petrov 1294


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